Varroabekämpfung
Bayvarol®, Ameisensäure oder Oxalsäure? Ein sachlicher Blick auf die Möglichkeiten
Verschiedene Wege, ein gemeinsames Ziel
Warum ist die Varroamilbe für Honigbienen so gefährlich?
Wer Bienen hält, weiß aus eigener Erfahrung: Die Varroamilbe (*Varroa destructor*) gehört zu den größten Herausforderungen in der Imkerei. Ohne eine geeignete Behandlung kann sie ein Bienenvolk erheblich schwächen und im schlimmsten Fall zum Verlust des Volkes führen. Deshalb beschäftigen sich Imker seit vielen Jahren mit der Frage, welche Behandlung für ihre Honigbienen am besten geeignet ist.
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Jede Imkerei arbeitet etwas anders, jede Region hat ihre Besonderheiten und jeder Imker sammelt im Laufe der Jahre eigene Erfahrungen. Genau deshalb stehen in Deutschland verschiedene zugelassene Möglichkeiten zur Varroabekämpfung zur Verfügung.
Welche Behandlungsmethoden gegen Varroa sind in Deutschland zugelassen?
Für die Bekämpfung der Varroamilbe gibt es verschiedene zugelassene Tierarzneimittel und Behandlungskonzepte. Zu den bekannten Präparaten gehört Bayvarol® oder Polyvar®. Ebenso werden organische Säuren wie Ameisensäure und Oxalsäure seit vielen Jahren erfolgreich in der Imkerei eingesetzt. Die neusten Untersuchungen befassen sich mit biotechnischen Maßnahmen, wie dem Schneiden der Drohnenbrut oder dem Käfigen der Königin, um eine Fangwabe zu bilden.
Welche Behandlung gewählt wird, hängt unter anderem von der Jahreszeit, den Witterungsbedingungen, der Betriebsweise und den persönlichen Erfahrungen des Imkers ab. Deshalb setzen Imker auf unterschiedliche Konzepte, die sich über viele Jahre bewährt haben.
Was ist Bayvarol® und wie wirkt es gegen die Varroamilbe?
Bayvarol® ist ein apothekenpflichtiges Tierarzneimittel für Honigbienen. Der enthaltene Wirkstoff Flumethrin wird über Kunststoffstreifen im Bienenvolk angewendet und bekämpft die Varroamilbe. Das Arzneimittel besitzt eine behördliche Zulassung und wird seit vielen Jahren in der Imkerei eingesetzt. Wie bei allen Tierarzneimitteln ist eine Anwendung entsprechend der Fachinformation und der Gebrauchsanweisung Voraussetzung für eine sachgerechte Behandlung.
Welche Alternativen gibt es zu Bayvarol®?
Neben Bayvarol® stehen Imkern weitere zugelassene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Besonders bekannt sind Ameisensäure und Oxalsäure, die in vielen Betrieben fester Bestandteil der Varroabekämpfung sind. Zusätzlich werden inzwischen biotechnische Maßnahmen erprobt. Dazu gehört das Schneiden der Drohnenbrut im Mai und Juni oder die totale Brutentnahme nach der letzten Schleuderung, um die Varroalast zu senken. Das Bahnwabenverfahren ist eine Methode, bei der die Königin auf einer Wabe eingesperrt wird, bis die Brut auf allen anderen Waben ausgelaufen ist. Die Varroen sammeln sich in der Zeit auf der Bannwabe, die später entsorgt wird. Die Resistenzzucht steckt noch in den Kinderschuhen, aber bietet die Hoffnung auf resistente Völker in der Zukunft. Die einzelnen Verfahren unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihres Anwendungszeitpunktes, der Durchführung und der jeweiligen Betriebsweise. Welche Methode für einen Betrieb am besten geeignet ist, kann daher sehr unterschiedlich sein.
Welche Kritik gibt es an Bayvarol®?
In der Imkerschaft wird seit vielen Jahren offen über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmethoden gesprochen. Auch Bayvarol® ist Teil dieser Diskussion. Häufig wird dabei die Frage gestellt, ob der Wirkstoff Flumethrin Rückstände im Bienenwachs hinterlassen kann. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Bayvarol® ein zugelassenes Tierarzneimittel ist und im Rahmen des Zulassungsverfahrens bewertet wurde. Ebenso werden bei anderen Verfahren verschiedene Aspekte diskutiert – beispielsweise der richtige Anwendungszeitpunkt, Witterungseinflüsse, der Arbeitsaufwand oder die praktische Durchführung. Die Diskussion zeigt vor allem, dass sich Imker intensiv mit der Gesundheit ihrer Bienenvölker und der Qualität ihrer Bienenprodukte beschäftigen.
Warum wird Bayvarol® über Apotheken vertrieben?
Bayvarol® ist ein apothekenpflichtiges Tierarzneimittel. Deshalb erfolgt die Abgabe über Apotheken oder die Tierärztin. Als pharmazeutischer Großhändler beliefern wir Apotheken und Tierarztpraxen zuverlässig mit Bayvarol® sowie weiteren Produkten zur Varroabekämpfung, darunter auch Ameisensäure und Oxalsäure.
Unser Ziel ist es nicht, eine bestimmte Behandlungsmethode zu empfehlen. Vielmehr möchten wir dazu beitragen, dass Apotheken ihren imkerlichen Kunden die jeweils gewünschte zugelassene Behandlung zur Verfügung stellen können.
Welche Varroabehandlung ist die richtige?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Jeder Imker trägt die Verantwortung, sich über die verfügbaren Möglichkeiten zu informieren und die für seinen Betrieb passende Strategie auszuwählen. Wir möchten diese Entscheidung nicht beeinflussen. Unser Anliegen ist es, Apotheken mit verschiedenen zugelassenen Produkten zur Varroabekämpfung zu versorgen und damit den unterschiedlichen Bedürfnissen der Imkerschaft gerecht zu werden. Weitere Informationen über die Varroabekämpfung finden sich in der Linksammlung der Tierseuchenkasse von Mecklenburg Vorpommern.
Fazit
Die Varroabekämpfung gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der modernen Imkerei. Bayvarol®, Ameisensäure, Oxalsäure und biotechnische Maßnahmen sind unterschiedliche zugelassene Möglichkeiten, die von Imkern je nach Betriebsweise und Erfahrung eingesetzt werden.
Wir respektieren diese Entscheidungsfreiheit ausdrücklich. Deshalb bieten wir verschiedene Produkte zur Varroabekämpfung an und informieren sachlich über deren Einsatz. Denn unabhängig von der gewählten Methode verfolgen alle dasselbe Ziel: gesunde Honigbienen und starke Bienenvölker.
*Hinweis: Bayvarol® ist ein apothekenpflichtiges Tierarzneimittel. Tierarzneimittel dürfen ausschließlich entsprechend der zugelassenen Fachinformation und Gebrauchsanweisung angewendet werden. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Tierärztin, Ihren Tierarzt oder in Ihrer Apotheke*