Immer wieder, wenn das Thema Homeoffice auf den Tisch kommt, fällt mir Marco Scheel ein. Für alle, die nicht wissen, was Nordwolle ist, hier das Reel auf youTube *KLICK*.

Sein Ausspruch darüber, dass sich beim Arbeiten irgendjemand die Hände schmutzig machen muss, ist legendär. Auch ich gehe die meiste Zeit in mein Büro, selbst wenn meine Tätigkeit an vielen Stellen auch remote passieren könnte. Das liegt bei mir auch daran, dass mein Arbeitsweg ziemlich kurz ist. Bei meinen Mitarbeiterinnen ist das anders. Wir haben die letzten zwei Jahre daran gearbeitet, dass die Büroarbeitsplätze auch im Homeoffice möglich sind. Zum einen möchten wir vorbereitet sein, wenn ein Zusammenarbeiten im Büro nicht möglich ist. Beim Ausfall von Strom oder Internet in der Firma, ist dann ein Arbeiten von zu Hause eventuell noch möglich. Und jetzt, wo die Spritpreise so teuer sind und unser Firmengelände nicht gut an öffentliche Verkehrsmittel angeschlossen ist, spart es den Mitarbeiterinnen Geld. Aber ein Versandhandel kann nicht nur online abgewickelt werden. Am Ende muss man Waren anfassen, einlagern, auslagern, verpacken und versenden.

In der Zusammenarbeit in der Firma ist Homeoffice eine Herausforderung. Es ist erstaunlich wie viele Informationen auf dem Weg zur Kaffeemaschine ausgetauscht werden. Auch der Ruf durch das Büro enthält mehr als die Frage, ob schon Zeit für eine Pause ist. Wenn man sich über Jahre daran gewöhnt hat, in der Arbeitszeit Informationen face to face auszutauschen, dann tut man sich schwer damit, dass die andere Person auf einmal außer Sichtweite ist. Das Telefon ersetzt nur bedingt das persönliche Treffen.

Und trotzdem gewöhnen wir uns um. Wir testen uns durch verschiedene Tools, die uns helfen können. Der kurze Ruf durch das Büro wird durch Slack ersetzt. Jetzt muss man zwar Tippen, aber dafür bleibt das Geschriebene länger erhalten. Wenn die Aufmerksamkeit gerade woanders ist, geht die Information nicht verloren. Und wenn es noch Fragen dazu gibt, kann man sie, je nach Einstellung, für jeden sichtbar stellen. Das Tool hat ein Pop-Up Fenster, so dass man sieht, wenn eine Nachricht eintrudelt. Wir haben uns feste Termine für den Videocall gesetzt. Anfangs waren das sehr kurze Calls. Sie waren schließlich eine Arbeitsbesprechung. Im Anschluss fanden nicht selten Telefonate statt, in denen man noch das eine oder andere Private ausgetauscht hat. Und zwischen dem privaten Austausch flossen dann weitere Informationen. Inzwischen wird auch im Videocall geplaudert. Mir persönlich gefällt besonders gut daran, dass man im Videocall nur sehr schlecht durcheinander reden kann. Aber ich würde mir wünschen, dass ich auch im Videocall mit mehreren Personen ein kurzes Zweiergespräch führen könnte. Man kann dafür den Chat verwenden, aber … Irgendwelche Vorteile muss ein analoges Meeting auch haben.

Wir tauschen sehr zu meinem Bedauern noch viel zu viele Informationen per E-Mail aus. Das Mailpostfach ist oft zu zugestopft und bisher habe ich keine gute digitale Lösung dafür, wie sich damit am besten arbeiten lässt. Wenn ich das geistig in die analoge Zeit übertrage, ist es die to-do Ablage auf dem Schreibtisch mit unzähligen Zetteln. Eine solche Ablage finde ich heute sehr viel stressiger. Die Organisation über einen digitalen Kalender und ein Projektmanagement sind deutlich übersichtlicher und vor allem kann man diese Dinge viel einfacher mit den Mitarbeiterinnen teilen.

Aber – es bedeutet Disziplin. Denn man muss diese Dinge auch nutzen. Es ist nicht mehr nur ein Meeting im Besprechungsraum oder das Treffen an der Kaffeemaschine, es sind jetzt mehrere Apps, die gefüllt werden müssen. Und dann klappt es auch mit dem Homeoffice – für alle die sich nicht die Hände schmutzig machen müssen.

Herzlichen Glückwunsch!