Endlich ein richtiger Winter
Jetzt hätte ich gerne Winterfell
Der Blick auf den Winter 2026 ist wie so oft geteilt. Da schwärmen die einen davon, dass wir endlich mal wieder einen richtigen Winter haben – die Meteorologen haben festgestellt, dass es der letzte Winter in diesem Ausmaß 15 Jahre her ist – und die anderen machen sich Sorgen um ihre Heizkosten. Wie so oft kann das Wetter es niemandem recht machen.
Ich habe es beruflich sehr gemütlich in meinem beheizten Büro. Mein Blick geht raus auf die winterliche Landschaft. Aber wenn die Ware angeliefert wird und das Tor hoch geht, dann zeigen sich bei mir Sorgenfalten. Wir haben einen Anlieferbereich, in dem die Temperatur schwanken darf. Die Ware wird vom LKW entladen und dann wird das Tor wieder geschlossen. Im Winter muss die Ware dann möglichst schnell in das beheizte Lager, damit sie keinen Schaden nimmt. Gerade bei größeren Lieferungen ist dann Präzision gefragt. Das ist eine Herausforderung sowohl an den Speditionsfahrer als auch an die Lagermitarbeiterinnen, die einem ständigen Wechsel der Außentemperatur ausgesetzt sind. Und aktuell sind da nicht nur 5 Grad dazwischen, sondern bis zu 30 Grad Temperaturunterschied.
Um die Gesundheit zu stärken, wird zu Wechselduschen warm und kalt geraten, aber im Arbeitsumfeld sind solche Temperaturunterschiede sehr anstrengend. Es ist bei dieser Tätigkeit auch nicht möglich, sich jedesmal anders anzuziehen. Auch wenn die Temperaturschwankungen selbst nicht krank machen, so belasten sie dennoch das Immunsystem. Somit macht es Sinn, wenn wir passende Pausen einhalten, damit wir nicht krank werden.
Tiere reagieren sehr unterschiedlich auf die Kälte. Am einfachsten machen es sich die Zugvögel, die vor der Kälte davonfliegen. Fun Fact am Rande: Vögel sind die letzten, lebenden Dinosaurier. Unsere Haustiere legen sich mitunter ein dickes Fell zu.
Unser Schäferhund mit seinem Stockhaar findet den Schnee super. Er kann reinbeißen und sich darin wälzen. Die Kälte stört ihn überhaupt nicht. Er hat sich ein dickes Unterfell zugelegt, dass uns im Frühjahr wieder zur Verzweiflung treibt. Ich werde diese fast haarfreie Zeit sehr genießen. Sie wird bald vorbei sein.
Der kleine Kromfohrländer hingegen überlegt sich jeden Gang nach draußen. Nun ist er auch schon 14 Jahre alt und damit nicht mehr so agil. Da Muskeln die Wärme im Körper erzeugen, aber man sich dafür bewegen muss, fröstelt es ihn sehr schnell. Dann muss er die ungeliebte Jacke anziehen.
So verpuschelt sind die Shetlandponys nicht. Im Januar, wie die Tage länger wurden, haben sie das eine oder andere Haar fallen lassen. Das hat umgehend wieder aufgehört, wie die Temperaturen nach unten gegangen sind. Die neusten Untersuchungen zeigen, dass der Fellwechsel fast nur mit der Tageslichtlänge zu tun hat, aber ein bisschen wird auch durch die Außentemperaturen gesteuert.
Nun habe ich keine Katze, so dass ich mir nicht sicher bin, wie die das regeln. Wer weiß, wie es den Katzen mit der Kälte geht?
Wenn ich meinen Blick von meinen Heizkosten entferne, meine eisigen Ohren mit einer dicken Mütze bedecke, ignoriere, dass ich 6 Schichten an- und ausziehen muss und die Scheibe am Auto kratzen muss, dann ist es ein sehr schöner Winter. An manchen Tagen hat es sanft geschneit. Und dann hatten wir eine knackige Kälte mit Sonnenschein, die man am besten in einem wundervollen Wintergarten genießen kann. Es ist ein Luxus die schönen Seiten des Winters so genießen zu dürfen.
Ach ja – und für das Holz werben im Wald, ist das Wetter perfekt.