Meint ihr, ich bin eine Rampensau? Es gibt gute Freundinnen, die das bestätigen würden. Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich als Schüler durch Vorträge geglänzt hätte, aber es wurden auch nicht so viele Vorträge wie heute in der Schule verlangt. Meine Schulnoten habe ich aber immer durch mündliche Leistung deutlich aufgebessert. Reden war schon immer mein Ding.

Inzwischen fällt mir das auch vor Publikum ziemlich leicht – es sei denn ich will wichtige Informationen vermitteln. Mal eben frei eine Geschichte aus meinem Alltag zu erzählen ist auf einer Bühne einfach. Aber wenn ich ein Script habe, in dem diverse Dinge stehen, die ich rüber bringen möchte, dann komme ich schon mal ins Stottern. Da verzettle ich mich schnell mal in Details und vergesse das eine oder andere, das ich rüberbringen wollte. Deswegen gibt es die PowerPoint Präsentation. Wenn man mal wieder vom Thema abgekommen ist oder zu sehr ins Detail gegangen ist, dann kann man mit einem Blick auf das aktuelle Bild den Focus wieder zurückholen. Ich kann allerdings nichts weniger leiden, als einen Vortragenden, der nur von der Präsentation abliest. Dann kann ich mir die Präsentation auch selbst ansehen. Wer sich aber sicher sein will, dass alle Infos beim Zuhörenden ankommen, kann ein ausführliches Hand-Out liefern. Das darf gerne die Präsentation selbst enthalten und hat am besten noch zusätzliche Infos. Ein Hand-Out sollte für mich immer ein PDF sein. Im ganz analogen Fall, darf es auch gedruckt sein. Im Idealfall brauche ich es nur für die Verlinkungen, die mir weiterhelfen.

Bei jedem Vortrag kann ich noch so gut vorbereitet sein, es gibt immer Situationen, die Überraschungen für mich bereit halten. Beim letzten Vortrag stand ich auf einmal auf einer runden Bühne und die Zuhörenden saßen um mich herum. Das hatte ich noch nie. Normalerweise stehe ich vor oder neben dem Bildschirm und sehe die Interessierten vor mir stehen oder sitzen. Jetzt hatte ich auch Menschen hinter mir. Das hat mich doch etwas irritiert. Hier war nicht rechts-links laufen, sondern eigentlich im Kreis drehen angesagt. Ich habe es sicherheitshalber nicht gemacht. Vielleicht war das Interesse auch deswegen eher schwach. Es war allerdings auch „nur“ ein 10 Minuten Pitch auf der Female Stage der Noerd in Rostock. Ich habe die Vet-KI vorgestellt. Für diesen kurzen Vortrag hatte ich auch nur 3 Seiten Präsentation. Innerhalb von 10 Minuten ständig das Bild zu wechseln, war mir zuviel und wäre für die Zuschauer auch zu stressig gewesen.

Immerhin hat die Technik sehr gut funktioniert. Ich erinnere mich an Zeiten, wo die Vortragende am Beamer gefummelt hat. Dann ging das Mikrofon nicht. Es war kein Flipchart da, obwohl das für den Raum zugesagt war. Es war geplant, dass die Zuhörenden etwas aufschreiben, aber man saß im Stuhlkreis. Der Raum war zu groß oder zu klein. Und manchmal war einfach eine Baustelle vor dem Fenster und der Raum im Sommer nicht klimatisiert. Solche Geschichten kann jeder Referent, aber mit Sicherheit auch jeder Teilnehmer berichten.

Was habt ihr schon für verrückte Dinge bei einer Präsentation erlebt?