Halloween 1692. Ein Notfall in der Tierarztpraxis.
Die Tür fliegt auf. Eine aufgeregte Hexe stürmt herein. Auf ihrer Schulter sitzt ein Rabe, unter ihrem Arm klemmt eine schwarze Katze und in ihrer Hand hält sie einen Frosch.
„Herr Doktor, wir haben ein Problem!“
Der Tierarzt betrachtet seine Patienten.
„Was fehlt denn der Katze?“
„Der Katze nichts. Aber der Frosch war gestern noch ein Prinz!“

Hatten Hexen immer Katzen? Und waren diese Katzen immer schwarz?

Es muss klar sein, dass es „die Hexe“ nicht gibt. Es war ein Begriff für Frauen, denen übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben wurden. Häufig wurden Frauen so tituliert, wenn sie unkonventionell und selbstständig waren. Diese Unabhängigkeit von der Gesellschaft lässt sich auch bei Katzen erkennen. Somit wurde in der Symbolik die Begleiterin der Hexe eine Katze. Tatsächlich sind ungefähr 20% aller Katzen schwarz. Genaue Zahlen gibt es dazu nicht. Die Farbe Schwarz entsteht durch Eumelanin, das in den Haaren eingelagert wird. Das Agouti-Gen steuert dann die Verteilung der Pigmente im Haar. Im Grunde haben alle Katzen das Tabby-Muster. Bei schwarzen Katzen kann man es aber nur im jungen Alter bei bestimmtem Lichteinfall als schwache Streifen erkennen. In alten Darstellungen sind die Katzen von Hexen nicht unbedingt schwarz. Da die Farbe Schwarz in Europa mit Dunkelheit, Tod und Magie in Verbindung gebracht wird, wurden die Katzen von Hexen immer häufiger schwarz dargestellt. Die heutige Symbolik in Bezug auf Halloween ist inzwischen so vereinfacht, das sie auf ein einfaches Schwarz reduziert worden ist.

Was meint man heute, wenn man von einer Hexe spricht?

Die Älteren meinen mit dem Wort Hexe oft eine garstige Frau, die viele Dinge ablehnt und sich negativ äußert. Aber seit der kleinen Hexe von Ottfried Preussler ändert sich das Bild einer Hexe. In Kinderbüchern ist eine Hexe selten böse, sondern meistens eher gutmütig und ein wenig schrullig. In der Literatur, der Kunst und Popkultur ist sie ein Symbol für unabhängige, kluge und unangepasste Frauen. Es gibt noch den esoterischen Bereich, in dem sich die Menschen als Hexen bezeichnen, die sich mit Naturspiritualität, Ritualen oder Kräuterkunde befassen.

Würden Hexen zur Tierärztin gehen?

Bei der heutigen Interpretation einer Hexe würde ich vermuten, dass diese Menschen nicht in die Tierarztpraxis gehen, sondern eher versuchen würden, ihr Tier selbst zu heilen. Das ist schade. Tierärztinnen sind so großartig ausgebildet, dass sie mehr können, als Impfen. Sicherlich muss man nicht wegen jedem kleinen Kratzer auf der Tierarztmatte stehen, aber gerade wenn die Symptome schwach sind oder viel Interpretationsspielraum lassen, ist es besser für das Tier, wenn eine Tierärztin sich das ansieht. Tierärztinnen haben unser Vertrauen verdient.

Was mache ich, wenn ich eine Hexe bin?

Nichts. Ernsthaft – Was sollte ich da denn tun? Hexe ist Hexe.

Gruselige Grüße