Was sind PFAS?

PFAS sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Nach der Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) fluorierte Stoffe, die mindestens ein vollständig fluoriertes Methyl- (–CF3) oder Methylen-Kohlenstoffatom (–CF2–) enthalten, an das keine Wasserstoff- (H), Chlor- (Cl), Brom- (Br) oder Iodatome (I) gebunden sind. Quelle 

Habt Ihr das verstanden? Ich auch nicht. Ich habe also Gemini um Hilfe gebeten. Und hier in meinen Worten: PFAS sind vom Menschen hergestellte Chemikalien, die Wasser, Fett und Schmutz (das ist eigentlich Wasser oder Fett mit sonstigem Kram) abweisen. Und die Verbindung von Kohlenstoff und Fluor ist dermaßen stabil, dass sie quasi durch nichts getrennt werden kann.

Wo werden PFAS eingesetzt?

Besonders beliebt sind PFAS bei Beschichtungen, die das Produkt abweisend machen sollen. Beim Endverbraucher ist das die Bratpfanne oder die Outdoor-Jacke. In der Industrie werden Maschinen oder Stoffe beschichtet, die kein Fett oder Wasser durchlassen sollen.

Und was machen PFAS in Tierarzneimitteln?

Dadurch, dass sich PFAS nicht abbauen lassen, helfen sie dabei den Wirkstoff möglichst weit in den Körper zu bekommen und ihn dort langsam wirken zu lassen. So bleibt das Tierarzneimittel länger im Körper stabil und kann seine Wirkung länger entfalten. Außerdem sorgen die Fluor-Atome dafür, dass das Produkt fettlöslicher wird. So kann der Wirkstoff durch die Zellwände schlüpfen und zum Beispiel einen Parasit erreichen. Und gerade bei Parasiten hat man herausgefunden, dass einige PFAS die Blockade des Nervensystems des Parasiten deutlich verstärken.

Können wir auf PFAS in Tierarzneimitteln verzichten?

Das Umweltbundesamt ist davon überzeugt, dass die meisten Arzneimittel mit oder aus PFAS ersetzt werden können. *Klick hier*. Die „Meisten“ bedeutet aber, dass nicht alle Tierarzneimittel mit PFAS sich ersetzen lassen. An diesem Punkt muss die Wissenschaft klären, ob ein Mittel so wichtig ist, dass es trotz seiner Schädlichkeit für die Umwelt, eingesetzt werden darf. Eventuell wird es unersetzliche Produkte mit Auflagen bei der Verwendung weiterhin geben. Fraglich ist, ob die Hersteller dann noch bereit sind, das Tierarzneimittel auf dem Markt zu belassen.

Wir stehen ganz am Anfang des PFAS-Verbots. Es wird sicherlich noch diverse Debatten darüber geben, wo PFAS unverzichtbar sein könnten. Gerade der Arzneimittelmarkt ist da besonders empfindlich. Denn bis ein alternatives Arzneimittel zugelassen ist, dauert es sehr lange. Da bleibt die Hoffnung, dass Regulierung und Versorgungssicherheit zusammen gedacht werden.