Netzwerken – Warum lohnt es sich, vor die Haustür zu gehen?
Es ist immer eine Chance neue Menschen kennenzulernen.
Ich habe mich bei diversen Newslettern angemeldet. Manche davon könnten mein Postfach verstopfen, aber da mein Mailprogramm mir die Möglichkeit gibt, E-Mails automatisch vorsortieren zu lassen, landen diese Mails im Ordner Newsletter. Wenn ich Zeit habe, dann blättere ich da durch.
In diesen Newslettern finden sich auch immer wieder Einladungen zu Veranstaltungen. Manche Veranstaltungen wie der Tierärztekongress in Leipzig oder der bpt-Kongress in Hannover sind für mich Pflichtveranstaltungen, die ich mit Freude annehme. Und dann sind da die „Kann“-Veranstaltungen. Dazu gehören bei mir die Veranstaltungen der IHK. Ich treffe dort nie meine Kunden und nur selten jemanden, der mein Lieferant oder Dienstleister sein könnte. Viele Jahre habe ich diese Veranstaltungen eher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind sie für mich leicht zu erreichen und finden außerhalb meiner Arbeitszeiten statt.
Inzwischen hat sich meine Einstellung verändert. Ich schätze immer mehr den Kontakt zu anderen Unternehmern und Branchen, auch wenn sie beruflich mit mir nichts zu tun haben. Gerade diese Unabhängigkeit von einer Geschäftsbeziehung ergibt bei Kontaktaufnahme die Möglichkeit einen anderen Blickwinkel auf mein eigenes Unternehmen zu bekommen. Es fällt mir leicht ins Gespräch zu kommen. Ein kleiner Trick ist das aufmerksame Lesen des Namensschildes und das namentliche Begrüßen eines anderen Gastes. Die Frage „Kennen wir uns?“ ist ein guter Einstieg, um sich kennen zu lernen. Manchmal macht es die Veranstaltung es einem auch leicht. Wenn es Fragebögen gibt, kann man gemeinsam darüber rätseln, wie sie ausgefüllt werden sollen. Es gab auch mal eine Fotobox mit lustigen Utensilien, was zu viel Gelächter und gemeinsamen Erinnerungen geführt hat.
Auf einem Kongress bewährt sich immer die Einladung zum Kaffee in einer ruhigen Ecke. Dabei geht es gar nicht um die Kaffee, sondern eher um die ruhige Ecke. So ein Kongress mit vielen Teilnehmern kann sowohl für das Personal am Stand als auch für Besucher anstrengend sein. Ich probiere mich gerade an Mitbringseln aus. Natürlich habe ich eine Visitenkarte. Aber ich habe den QR-Code für die vcf-Datei nicht aufgedruckt. Mit so einem Code kann sich ein Smarthpone den Kontakt sofort in das Adressbuch schreiben. Ich war mir nicht sicher, ob das für Android und Apple gleich gut funktioniert. So ist es „nur“ der QR-Code für die Webseite geworden. Inzwischen weiß ich, wie man den QR-Code für die vCard so erstellt, dass es für alles Systeme lesbar ist (Hatte ich erwähnt, dass ich Standards liebe?). Ich freue mich also schon auf neue Visitenkarten.
Ich liebe auch Postkarten. Ich habe eine Sammlung, die ich sogar versende. Das kostet inzwischen genau das gleiche wie ein Briefversand. Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich das verstehen. Mein nostalgisches Ich bedauert diese Preisgestaltung. An einer Pinnwand in meiner Firma hängen alte Urlaubspostkarten der Mitarbeiter. Das wird weniger. Meine eigenen Werbepostkarten erinnern vielleicht an diese alte Tradition. Somit wird die Postkarte ein Gesprächseinstieg über alte Zeiten und macht ein Kennenlernen einfacher.
Auf diese Weise kann ich mein Netzwerk erweitern. Vielleicht nutzt mir das Netzwerk nicht, um neue Kunden zu finden und manchmal auch nicht um das richtige Produkt zu ergattern, aber immer hilft mir ein Netzwerk, meinen Blick auf die Welt ein bisschen anders zu sehen. Es holt mich aus meinem Algorithmus, der meine Welt klein macht.